Weltfrauentag

Jetzt ist es passiert: der Weltfrauentag wird zum Feiertag!!! Zwar erstmal nur in Berlin, aber immerhin, denn aller Anfang ist schwer.
Obwohl Berlin zu den Bundesländern gehört, mit den wenigsten Feiertagen regt man sich zum Beispiel in Bayern (die haben die meisten) darüber auf. Verstehe wer will, ich nicht.
Was in anderen Ländern längst anerkannt und Sitte ist, ist bei uns immer nach nicht ganz angekommen. In vielen Ländern der Erde wird seit 1921 der Weltfrauentag am 08. März gefeiert. Und wir kommen also nun 2019 dazu. Ich sage ENDLICH
Denn ich halte den Tag für sehr wichtig. Er erinnert uns daran, dass es noch so einiges zu erreichen gibt. Die Ziele sind andere geworden, ich weiß.. aber nicht weniger wichtig.
Nur mal zur Erinnerung:
Bis 1958 durften Frauen ohne die Einwilligung des Ehemanns kein eigenes Bankkonto eröffnen; bis 1977 nicht ohne seine Erlaubnis arbeiten. Heute ist das zum Glück kaum mehr vorstellbar. Ein langer Weg war es, auf dem sich Frauen ihre heutigen Rechte erkämpft haben.
Aber der Weg ist noch nicht zu Ende.
Unsere Machtkultur suggeriert uns – Wenn du dasselbe haben willst wie ein Mann, musst du wie ein Mann sein. Es gibt keinen Platz für weibliche Macht.
(Wussten Ihr, dass Margaret Thatcher zu einem Stimmtrainer ging, um zu lernen, tiefer zu sprechen ?)
Ich sehe das ganz anders. Macht und Erfolg sind mit unserem weiblichen Charakter sehr wohl zu vereinbaren.
Ich bin kein Fan von Theresa May – aber als sie nach einer Rede weinte fand ich sie großartig. Und das sich dann männliche Journalisten darüber aufregten zeigt mir, dass noch einiges geklärt werden muss:
Mutterschutz, gleicher Lohn für gleiche Arbeit, eine Arbeitszeitverkürzung ohne Lohnkürzung, Förderung alleinerziehender Mütter usw.
Den heutigen Tag widme ich denen die u.a. 1918 das Wahlrecht für Frauen erkämpften, in den 1960er- und 1970er-Jahren den Kampf für das Recht auf legale Abtreibung oder 1994 gegen FrauenDiskriminierung protestierten. Diese sind keine Sonderrechte, sondern Menschenrechte.
Sich daran zu erinnern und zu bekräftigen, dafür ist dieser Tag u.a. da.
Also meine Damen – in diesem Sinne: Frohes Fest!